Gründe für ein Gedenken

Warum ein bedeutendes Denkmal am Ort des Gefechts von CAMERONE, wenn auf französischer Seite nur eine kleine Gruppe von Männern mobilisiert war?

 

Ist es nicht eine Konfrontation wie so viele andere in der Militärgeschichte, in der der Schwächere schließlich vom Stärkeren zerschlagen wird? Gewiss, doch aus dieser kriegerischen Handlung treten drei auffällige Merkmale hervor:

Das erste ist die Treue zum empfangenen Auftrag, ungeachtet der Opfer. Seit dem Morgen eingeschlossen, ohne jede Aussicht auf Rettung, kämpften die 65 Offiziere, Unteroffiziere und Legionäre, bis am Nachmittag nur noch drei kampffähige Männer übrig blieben, einfach weil die Ehre gebietet, sich nicht zu ergeben, solange man noch eine Waffe führen kann;


Das zweite ist das große Beispiel an Menschlichkeit, das Kommandant und Arzt TALAVERA gab, der, nachdem er den ganzen Tag sein Bataillon der Nationalgarde in einem harten und tödlichen Angriff geführt hatte, nach dem letzten Schuss zu seiner ärztlichen Berufung zurückfand und an eben jenem Ort begann, die Verwundeten zu versorgen;


Das dritte ist die weltweite und internationale Ausstrahlung, die diese Helden angenommen haben. Ein Jahrgang von Saint-Cyr wurde „Hundertjahrfeier von Camerone“ benannt. Die Fremdenlegion hat zum Gedenken an die militärische Tugend, die an jenem Tag von beiden Seiten bewiesen wurde, diesen Jahrestag des 30. April 1863 zu ihrer offiziellen jährlichen Feier gemacht. Und an diesem Datum kommen in Ländern auf der ganzen Welt die Vereinigungen ehemaliger Legionäre – brüderliche und auf gegenseitige Hilfe gegründete Gruppen – zusammen, um den Kult der Erinnerung zu begehen, ihre Freundschaftsbande zu stärken und das Ideal von „Ehre und Treue“ (Honneur et Fidélité) zu bekräftigen, so wie sie es während ihrer Zeit unter unserer Trikolore erlebt haben. So ist über unsere Grenzen hinaus das Wort CAMERONE, die französische Schreibweise des Namens des bescheidenen „Ortes in Veracruz“ CAMARON, bereits in allen Teilen der Welt bekannt und wird überall erwähnt.

So viel Wert und so viel wohlverdienter Ruhm werden in einem bedeutenden Denkmal sichtbar, das der 100.000 Ausländer gedenkt, die in der Uniform des Legionärs kämpften, und der 35.000, die ihr Leben verloren, weil sie ihrem Wort treu blieben; doch vor allem trägt auf der Vorderseite des Memorials, über jede nationale Besonderheit hinaus, die Inschrift „VIRTUTI MILITARI“. So haben es die mexikanischen Behörden verstanden, indem sie seine Errichtung genehmigten und ihre Verbundenheit zum Ausdruck brachten.

— General PÉNETTE, Gründungsmitglied und erster Präsident von CAMERONE, A.C. —

Gedenkfeier zum 100. Jahrestag der Schlacht von Camarón.